Die pädagogische Arbeit in der Kindertagesstätte (Kita) „Chinderland“ basiert auf dem Konzept der Naturpädagogik.

Sinneserfahrungen

Kinder nehmen, insbesondere jüngere Kinder, die Welt vorwiegend über ihre Sinne wahr: über das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten und über ihre Bewegungsempfindungen. Es wird davon ausgegangen, dass nur wer die Welt sinnlich wahrnimmt Fragen stellen, Erklärungen aufnehmen und über die Welt nachdenken kann. Darum wird grossen Wert darauf gelegt, den Kindern ganzheitliche Sinneserfahrungen zu ermöglichen. Dazu bietet die Natur unendlich viele Möglichkeiten. 

Naturpädagogik


Die Naturpädagogik hat ihre Wurzeln in der Begegnung und dem Zusammenleben des Menschen mit der Natur. Sie versucht, dem Menschen einen Zugang zur Natur zu verschaffen und die in den Hintergrund geratene Beziehung zwischen Mensch und Natur neu zu knüpfen. Sie will so die Beziehung zu unserer natürlichen Mitwelt und zu unserer eigenen Naturverbundenheit stärken.

Die Naturpädagogik will also Zugänge zur Natur herstellen und Zeit und Raum für Naturbegegnungen schaffen. Durch Entdecken, Erleben, Wahrnehmen und Begreifen der Natur wird dies ermöglicht. Menschen können sich durch verschiedene Erfahrungen oder Erlebnisse der Natur öffnen. Die Naturpädagogik stellt dafür vielfältige Methoden bereit, die gezielt für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene eingesetzt werden können.

Die Naturpädagogik will den Menschen an der natürlichen Lebensfülle teilhaben lassen – der Mensch braucht die Natur für seine Bedürfnisse und Zwecke. Sie will aber auch aufzeigen, dass der Mensch seinen Lebensraum mit vielen anderen Lebewesen teilt, in die Natur eingebunden und unmittelbar von ihr abhängig ist. Das wichtigste Ziel der Naturpädagogik ist es deshalb, die Liebe zur Natur zu vermitteln. 

Durch diese Liebe wird Respekt und Dankbarkeit gegenüber der Natur entwickelt sowie die Bereitschaft sie massvoll zu nutzen und zu schützen gestärkt. Grundlage dafür ist eine Beziehung zur Natur, an deren Anfang das Erleben und Kennenlernen der Natur steht. Denn, nur wer die Natur kennt, begreift, dass sie ein Teil des Menschen und der Mensch Teil von ihr ist!

Naturnahe Erziehung

Ausgehend von der Naturpädagogik liegt dem Konzept ein naturbezogenes Menschenbild zu Grunde: Das heisst, dass der Mensch ein Teil der Natur ist. Dies ist die wesentliche Voraussetzung dafür, dass der Mensch in Harmonie mit der Natur, mit sich selber und seiner Umwelt leben kann.

Durch den regelmässigen Aufenthalt im Freien soll den Kindern ermöglicht werden, den Kreis-lauf der Natur direkt zu erleben. Kinder, die sich täglich im Freien aufhalten, die durch Bewegung, Beobachtung und Beschäftigung mit der Natur und Naturmaterialien diese unmittel-bar erleben, können eine feste und respektvolle Bindung zur Natur entwickeln.

Der respektvolle Umgang, nicht nur mit der Natur, sondern auch mit und unter den Kindern, ist weiter von Bedeutung. Jedes Kind wird als eine eigenständige Persönlichkeit angesehen, die respektiert werden will und muss. Die Persönlichkeit zu respektieren bedeutet, die Kinder und ihre Wünsche und Bedürfnisse 

anzuerkennen und ihnen einen angemessenen Spielraum für eigene Erfahrungen und Entscheidungen zuzugestehen. So wird auf die Bedürfnisse der Kinder eingegangen und eine wichtige Grundlage für den respektvollen Umgang miteinander, sich selbst und der Natur.

Kinder – insbesondere kleine Kinder – nehmen ihre Umwelt vorwiegend sinnlich wahr. Sie sollen deshalb ihre Umgebung mit allen Sinnen entdecken, erleben, wahrnehmen und begreifen können. Dazu bietet die Natur unendlich viele Möglichkeiten.

Weiter wird von einem ganzheitlichen Bild von Entwicklung ausgegangen. Das bedeutet, dass die Entwicklung des Kindes ganzheitlich also in den verschiedenen Kompetenzbereichen – der Sozial-, Selbst- und Sachkompetenz – bestmöglich unterstützt und gefördert werden soll. Aber auch Pestalozzis Idee der Ganzheitlichkeit, also einer gleichzeitigen Förderung von Kopf, Herz und Hand, bildet einen wichtigen Grundsatz der pädagogischen Arbeit. Die naturnahe Erziehung eignet sich dazu, diesem Ideal einer ganzheitlichen Förderung der Entwicklung jedes einzelnen Kindes möglichst Nahe zu kommen.

Die Natur gibt den Kindern immer wieder neu Gelegenheit zum Staunen . Sie lernen in und mit ihr den respektvollen Umgang mit sich selbst, anderen Menschen, Tieren und Pflanzen. Die Natur bietet also einen umfassenden Lern- und Entwicklungsraum. Ausgehend von der Naturpädagogik wird davon ausgegangen, dass Kinder, die in enger Bindung zur Natur aufgewachsen sind, sich auch im Erwachsenenalter eher von einer besonderen Verantwortung für sich selbst und ihre Umwelt leiten lassen.